Rad eins kaputt, Rad zwei macht Probleme? Schnell verkommt der Rad-aktive Mensch zur Immobilie – doch das muss nicht sein. Bei Hunger bestellt man sich eine Pizza ins Haus, und jetzt kann man sich bei Bedarf eben auch den Fahrradmechaniker in Haus kommen lassen: einfach telefonisch Termin vereinbaren und abwarten, was passiert.
Es klingelt an der Haustür, deren Milchglas von einer massigen Silhouette verdunkelt wird. Felix Viole ist ohne Frage ein ganzer Kerl: Typ Wagenheber oder besser einer, der so etwas nicht braucht. Doch anstatt der barschen Phrase »Wo steht das Klavier?!« begrüßt dich der 23-jährige Hüne mit einem freundlichen Lächeln und kräftigem Händedruck.
Das Trekkingrad hat einen Schlag in der Vorderradfelge, der Pannensichere ist blank und die V-Brakes hinten sind runter. Und die Ultegra der Rennmaschine zickt mal wieder rum.
Ihr Patient, Herr Doktor.
Felix öffnet die Hecktüren seines am Straßenrand geparkten Werkstattmobils und offenbart den Blick auf eine komplette Profiausrüstung auf engstem Raum. Flugs erwächst aus dem Nichts ein mannshoher Montageständer, in den der gelernte Zweiradmechaniker das Fahrrad einhängt – natürlich mit einer Hand.


