Das zweite getestete Gerät war ein Outdoor-GPS-Gerät einer namhaften Firma. Dieses Gerät kann alles, was man sich mit GPS vorstellen kann, ist aber dadurch auch recht kompliziert zu bedienen und teuer. Es fängt damit an, dass beim Kauf eines solchen Gerätes nicht einmal Karten mitgeliefert sind. Diese muss man sich getrennt besorgen und die Auswahl ist ungefähr genau so riesig wie die der GPS-Geräte selbst.
Das gewählte Kartenmaterial entscheidet dann auch stark, welche Funktionen des Gerätes nutzbar sind. So lässt sich das Gerät zum Beispiel nur als Navigationsgerät benutzen, wenn das Kartenmaterial dies unterstützt, und auch der berechnete Weg hängt direkt vom Kartenmaterial ab. Es empfiehlt sich also auf jeden Fall, sich auch bei der Kartenauswahl zu informieren, damit man das Gerät auch wie gewünscht einsetzen kann.
Als reine Navigationsgeräte sind diese Geräte aber auch weniger funktional als einfache Navigationsgeräte. So beschränkt sich die akustische Ausgabe bei diesen Geräten auf Pieptöne, wenn das Gerät mitteilt, dass man zwecks neuer Informationen auf den Bildschirm schauen soll.
Natürlich liegt die Stärke des Gerätes darin, dass es noch viel mehr kann. Das Aufnehmen von Tracks machte mir wirklich Spaß. In der Testzeit fuhr ich des Öfteren kreuz und quer mit einer losen Richtungsvorgabe durch unbekannte Gebiete in Hamburg. Falls ich mich wirklich einmal leicht verloren glaubte, konnte ich mir auf der Karte des Geräts wieder eine neue Peilung in bekanntes Terrain suchen. Wenn man sich den aktuellen Ort merken will, kann man auf dem Gerät eine Markierung hinzufügen. Später kann man sich den Track zusammen mit allen Markierungen auf dem Computer anzeigen lassen und - mit der nötigen Software in »3D« - sogar abfliegen. Der Reiz ist schwierig in Worte zu fassen, ich fand es jedoch sehr interessant, während der Fahrt gar nicht auf meine Position zu achten und später am Computer zu sehen, wo ich überall vorbeigekommen bin. Des Öfteren gab es dabei auch ein überraschendes Aha-Erlebnis.
Mit einem zusätzlichen Programm können auf dem Computer Routen geplant und auf das Gerät übertragen werden. So kann man sich in Ruhe überlegen, wohin die nächste Radtour führen soll, und muss sich unterwegs über die Wegführung keine Gedanken mehr machen, vorausgesetzt das Kartenmaterial war akkurat.
Für einen Technikbegeisterten ist ein Outdoor-GPS-Gerät auf jeden Fall ein tolles Spielzeug. Es gibt bestimmt selbst nach Jahren noch neue Einsatzgebiete und Funktionen zum Ausprobieren. Der große Vorteil dieser Geräte ist die Konstruktion als Outdoor-Gerät. So beinhaltet das Gerät eine Fahrradhalterung, ist stoß- und wasserfest (bis zu einem gewissen Grad) und hat als Stromquelle Standardakkus, die man leicht auswechseln und laden kann. Nachteile sind der sehr viel höhere Preis und der viel größere Beschaffungs- und Betriebsaufwand. Gerade für Menschen, die nur ein funktionales Navigationsgerät haben möchten, sind die vielen Einstellungs- und Funktionsmöglichkeiten eher Fluch als Segen.
Vincenz Busch in RadCity 1/2012
Danke
Für den, der ein Android-Telefon sein eigen nennt:
-Navigieren mit der Google Navigation oder Google Maps
-Tracks aufzeichnen oder abfahren mit OruxMaps
-Karten für Oruxmaps kostenlos runterladen von mapsforge oder mit mit Mobile Atlas Creator, alles kostenlos, Open Street Map sei Dank.
Für Apple gibt es sicher auch was, aber nicht mein Terrain