1.600 Kilometer mit dem Rennrad durch Frankreich
Echte Tour-de-France-Straßen befahren – für Florian und mich geht ein Lebenstraum in Erfüllung. Die legendären Pässe am eigenen Leib spüren, sich in der Vertikalen abmühen, schließlich den Gipfel erreichen. Ganz zu schweigen vom berauschenden Erlebnis einer rasanten Abfahrt.
Vier Wochen vor den Profis starten wir unsere eigene Tour: La petite boucle – die »kleine Schleife«. Angelehnt an die »große Schleife«, wie die Franzosen die Tour de France auch nennen. Los geht es im heißen Nizza: Kurs Nord in die Alpen.
Helden mit Schnupfen
Am ersten Tag steht mit dem Col de la Bonette zwar nur ein einzelner Berg auf dem Plan. Mit ihm aber die höchste Straße Europas. Was es heißt, einen Tour-Gipfel zu erklimmen, merken wir Flachland-Nordlichter schnell: Die bis zu 18 Prozent steilen Flanken fordern auf dem 20 Kilometer langen Anstieg alles von uns. Dagegen ist unser Waseberg mit seinen 800 Metern (Korrektur: 80 m) Höhe und 15 Prozent Steigung der reinste Kindergeburtstag. Vier Kilometer unter dem Gipfel kommen wir in einen Schneesturm. Zuvor hat uns bereits ein dreistündiger Dauerregen durchgepeitscht. Eins steht jetzt schon fest: Auf der Tour de France werden Helden geboren – wenn auch mit Schnupfen.





